Ich durfte ja letzten Freitag meinen Heimweg aus der
Frankenmetropole antreten. Als fauler, umweltgewissenhafter und kostenbewusster Mensch bin ich natuerlich mit der Bahn gefahren (1 Stunde 10 minuten sind einfach nur genial).
Ich muss zugeben, dass ich in den letzten zwoelf Monaten den Freitag nachmittag gemieden habe und dadurch auch ohne Reservierung immer problemlos einen Sitzplatz ergattern konnte.
Diesmal war es jedoch nicht so, und das erste Mal bin ich in die Falle getappt, dass Raucher auf den Bahnsteig muessen, natuerlich ihren Sitzplatz
nicht sichtbar belegen und mich dann kurz nach der Abfahrt vom Sitz verscheuchen wollen. Ein wenig geziert habe ich mich natuerlich schon (nicht ernsthaft), man muss Suechtlingen das Leben ja nicht einfacher machen, als notwenig, aber schlussendlich habe ich den Platz geraeumt.
So kam ich in den Genuss einer Fahrt auf dem Boden im Einstiegsbereich (den man sich auch einigermassen bequem gestalten kann).
Nachdem ich dort zuerst noch ein paar dienstliche Telefonate und Mails abgearbeitet hatte (es gibt bis Ingolstadt annaehernd lueckenlos UMTS) hat mich ein ca. Zehnjaehriger angelabert und wollte als allererstes mit mir Klingeltoene austauschen (war ja noch ok, geht ja fuer einen Normalbuerger einigermassen anonym und kostenneutral ueber Bluetooth). Spaeter wollte er dann doch meine Handynummer, um mir irgendetwas zuschicken zu koennen.
Hier fuehlte ich mich dann doch erst einmal auf den Plan gerufen, ihm zu verklickern, dass
- er um Himmels willen keinem Fremden seine Handynummer geben sollte
- jeder, dem er eine SMS schickt oder anruft seine Handynummer bekommt
- dass ich einen Teufel tun werde, ihm meine Handynummer "einfach so" zu geben
Sich mit jemanden im Zug ungezwungen zu unterhalten, ist eine Sache (ist nunmahl fuer ein Kind tendenziell langweilig), aber Kontaktdaten sollten dabei nicht leichtfertig aus der Hand gegeben werden. Noch viel weniger, wenn es die Kontaktdaten eines Kindes an einen Erwachsenen sind.
Und ja, ich weiss, auf der Strasse kann auch viel passieren. Die Nachrichten, von Kindern, die versucht werden in Autos gezerrt zu werden, verbreiten sich in meinem Heimatort immer am allerschnellsten.
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